

Stifter des Glaubens
Viele Traditionen der Welt enthalten die Verheißung einer Zukunft, in der Frieden und Harmonie auf der Erde herrschen und die Menschheit in Wohlstand leben wird, und Bahá‘í glauben, dass Bahá’u’lláh jener Erzieher ist, dessen Lehren die Menschheit befähigen werden, so eine Welt aufzubauen, deren Beziehungen auf göttlichen Qualitäten wie Liebe, Gerechtigkeit und Zusammenarbeit beruhen.
Seine Botschaft ist das nächste Kapitel im Buch der göttlichen Lehren, baut auf den geistigen Lehren von Moses, Jesus, Mohammad, Buddha und weiteren auf und bezieht sich auf die Entwicklungen und die Bedarfe der heutigen Zeit.
Bahá’u’lláh wurde 1817 im Iran geboren und Sein Titel bedeutet „Herrlichkeit Gottes.“ Schon als Kind wurde deutlich, dass Er, angeborenes Wissen besaß. Er wuchs am Hof des Shahs in einer angesehenen Familie auf, machte sich jedoch nichts aus Politik und Reichtum, sondern kümmerte sich um die Armen, Kranken und Bedürftigen in Seinem Umfeld.
Er nahm 1844 den Glauben des Báb an und setzte sich für dessen Verbreitung ein. Der Báb, der gottgesandte Vorläufer Bahá’u’lláhs, dessen Titel das ‚Tor‘ bedeutet, hatte die Aufgabe, mit veralteten Traditionen zu brechen und die Menschen auf das Kommen eines Gottesboten vorzubereiten, dessen Lehren die Menschheit befähigen werden, die Einheit der Menschheit in ihrer Vielfalt und globalen Frieden zu bewirken. Über hunderttausend Menschen nahmen in den folgenden Jahren die Botschaft des Báb im Iran an. Seine Lehren der Gleichberechtigung und des Umschwungs lösten den Zorn der damaligen Autoritäten aus und Er wurde gefangengenommen und letztendlich 1850 hingerichtet.
Auch Bahá’u’lláh, wurde zusammen mit Seiner Familie, zu einem Gefangenen und Verbannten innerhalb des osmanischen Reiches. Im April 1863 erklärte Er, dass Er der verheißene Gottesbote sei, auf den der Báb hingewiesen hatte. Im Laufe Seines Lebens und trotz vieler Widrigkeiten und mehrfacher Verbannungen offenbarte Bahá’u’lláh tausende von Schriften, die die Grundlage bilden für die Entwicklung, welche die Menschheit jetzt aufgerufen ist zu vollziehen.
Er verstarb in Bahji, Palästina, im heutigen Israel, im Alter von 75 Jahren. In Seinem Testament setzte Er Seinen Sohn ‘Abdu’l-Bahá als Nachfolger, Zentrum Seines Bundes und alleinigen Ausleger Seiner Schriften ein. ‘Abdu’l-Bahá hatte die Gefangenschaft seines Vaters geteilt, seit er ein kleiner Junge gewesen war. 1908 endete Seine Gefangenschaft und ein paar Jahre später reiste Er durch Nordamerika und Europa und besuchte auch Esslingen und Stuttgart in Deutschland. Auf seinen Reisen wollte er die Bahá’í besuchen und ermutigen und stellte Tausenden von Menschen in Vorträgen und persönlichen Gesprächen die Lehren des Glaubens vor. Sein Leben ist in unzähligen Geschichten für die Bahá’í in aller Welt das Vorbild für die vollkommene Umsetzung der Botschaft Seines Vaters.
‘Abdu’l-Bahá setzte seinen Enkel als seinen Nachfolger ein. Shoghi Effendi führte die Gemeinde von 1921 bis zu seinem Tod 1957 und legte die Grundlage für die globale Verbreitung des Glaubens und den Aufbau ihrer Institutionen in allen Regionen. 1963 wurde in einer internationalen Wahl erstmals das Universale Haus der Gerechtigkeit in Haifa gewählt, das in den Schriften Bahá’u’lláhs festgelegt wurde und die Bahá’í-Gemeinde seitdem liebevoll führt und die Gläubigen weltweit darin begleitet, zu lernen, wie die Lehren Bahá’u’lláhs umgesetzt werden können und alle Menschen gemeinsam zu einem Prozess des Aufbaus einer gleichberechtigten und geeinten Welt beitragen können.
